Wir sind in Südtirol beim Fotoworkshop mit Ulla Lohmann. Ich möchte seit Jahren einen Workshop bei der bekannten Vulkanfotografin besuchen und wir lernen so viel von ihr. Die letzten Tage sind wir auf die Berge und durch Schluchten gelaufen, haben ausschließlich im manuellen Modus fotografiert und Ulla gibt uns immer wieder wertvolle Tipps. Am vierten Tag ist unser Thema, eine Reportage zu machen. Ulla meint: „mach doch eine Reportage über deine Hunde!“ Die sind zwar meistens bei Stefan und nicht beim fotografieren dabei, sie hat aber schon viel von ihnen gehört. Ich wäre da gar nicht drauf gekommen. Da wäre ich gar nicht drauf gekommen!
Sie schlägt uns den Jaufenpass als Fotospot vor, dort können wir gut anfahren und haben eine weite Fläche, auf der wir uns sicher bewegen können. Micky freut sich gleich wieder so sehr, dass er seine Luftsprünge macht. Normalerweise nervt mich das, heute geht es aber drum, die Besonderheiten der Drei zu fotografieren und ich freue mich, dass ich mit Hund an der Leine trotzdem Fotos machen kann und die auch noch scharf werden. Micky springt auch nicht nach vorne, sondern schräg nach oben, so dass die Leine fast locker bleibt. Surya konzentriert sich derweil auf die Wasserstellen am Weg und versucht, sie irgendwie zu schnappen. Sie ist wieder einmal kaum zum Weitergehen zu bewegen und verschwindet mit ihrer gesamten Aufmerksamkeit in ihrem Pfoten-Schnauzen-Wasserspiel. Hermann trottet hinter uns her und geht mal links, mal rechts vom Weg weg. Wenn wir zu lange stehenbleibe, sucht er sich eine weiche Stelle, baut sich ein Nest und ruht sich dort aus. Rückblickend fühlt es sich so an, als hätten wir den halben Tag dort oben verbracht, dabei waren es vielleicht 2 Stunden, oder nicht einmal so lange.
Nach der intensiven Übungszeit an den vorigen Workshoptagen ist meine Kamera richtig eingestellt und ich kann einfach draufhalten. Ungestellt und mit Freude an ihrer Verschiedenheit und dass sie so tolle Motive liefern. Jeder der drei erforscht auf seine Weise das Gelände, und einmal gibt es fast Streit um ein kleines Eisstück, das sie findet und Micky ihr dann abjagt. Während Hermann wieder eine weiche Stelle gefunden hat und sich etwas einkuschelt. Denn er hat Schmerzen, wenn er so lange stehen muss.
Bei der Bildbesprechung am Abend meint Ulla „mach doch was mit Hundefotografie, geh in Tierheime oder fotografiere Hunde mit ihren Menschen.“ Ich denke Wochen darüber nach und fühle mich einerseits nicht sicher, gleich als Hundefotografin zu starten. Andererseits hat die Erfahrung, die Einzigartigkeit der Drei mit der Kamera einzufangen und so ein ganz neue Sicht auf sie zu entwickeln, bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wenn Micky später wieder seine Leinensprünge anfängt, freue ich mich nicht unbedingt, erinnere mich aber an die Momente auf dem Berg und das Foto, auf dem das so gut zu sehen ist. Und entspanne mich. Ich denke, anstatt unsere Hunde als zu erziehende und vielleicht sogar zu perfektionierende Wesen zu betrachten, die so sollen wie wir wollen, wäre es doch wertvoll, wenn auch andere Menschen durch einen Fotowalk mit ihrem Hund neue Sichtweisen erleben könnten. Wir verlieren in unserem Alltag, wenn wir unsere täglichen Runden drehen, die Wertschätzung für die Besonderheiten unserer hündischen Begleiter. Dabei würde sich vielleicht einiges entspannen, könnten wir uns daran freuen.
So ist dieses Angebot entstanden. Um Erfahrung zu sammeln und ein Gefühl sowie Sicherheit im fotografischen Umgang mit Hunden zu bekommen, sind die ersten 10 Fotowalks kostenfrei. Wenn du jetzt das Gefühl hast, das könnte was für dich sein, melde dich gerne bei mir.

